Promotionen

In Zusammenarbeit mit Hochschulen mit Promotionsberechtigung werden im Deutschen Institut für Tourismusforschung tourismusbezogene Promotionen durchgeführt. Folgende Promotionen im Bereich Tourismus werden bzw. wurden an der Fachhochschule Westküste in Kooperation mit verschiedenen Hochschulen mit Promotionsberechtigung und entsprechender Erstbetreuung durchgeführt:

"Exploring pre-travel online destination experiences on destination websites: Design, dimensions, and measurement." 

Abgeschlossene Promotion in Zusammenarbeit mit der Leuphana Universität Lüneburg (Prof. Dr. Martin Lohmann)

Abstract (Deutsch)
Websites von Reisezielen, die von Destinationsmarketing-/management-Organisationen (DMOs) betrieben werden, sind eine wichtige Informationsquelle für Touristen in der Phase vor der Reise. DMOs setzen auf ihren Websites zunehmend Erlebnismarketing ein, um positive Online-Destinationserlebnisse (ODE) vor der Reise zu unterstützen und die Vision des Urlaubs so lebendig wie möglich zu machen. Auf diese Weise wollen sie virtuelle Besucher auch zu physischen Besuchern werden lassen. Die Forschung zu technologiegestützten Reiseerlebnissen steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. Insbesondere fehlt es noch an einem theoretischen Verständnis über ODE, die von Reiseziel-Websites ausgelöst werden. Die Schließung dieser Wissenslücke ist nicht nur aus theoretischer Sicht von großem Interesse, sondern auch von zentraler Bedeutung für das strategische Marketing-Controlling von Destinationen. Die kumulative Dissertation widmet sich daher einer umfassenden Untersuchung von ODE auf Reiseziel-Websites in der Phase vor der Reise. Ziel war es, die Einflüsse der erlebnisorientierten Websitegestaltung auf ODE zu analysieren, die ODE-Dimensionen zu erforschen und ein Messinstrument zur Beurteilung der ODE-Werte von Destinationswebsites zu entwickeln und zu validieren.

In der ersten qualitativen Multi-Methoden-Studie (Eye-Tracking, retrospektive Think-Aloud-Protokolle, halbstrukturierte Interviews und Videobeobachtungen) bestand das Ziel darin, ein vertieftes Verständnis der ODE-Facetten in der Reise-Inspirationsphase zu gewinnen. Es zeigte sich, dass die Erlebnisdimensionen, die in früheren Untersuchungen zum Produkt-Marken-Kontext angenommen wurden (sensorische, affektive, intellektuelle, soziale und verhaltensbezogene Dimensionen), auch im ODE-Kontext vorkommen, jedoch einige Besonderheiten aufweisen, wie z.B. eine zukunftsorientierte affektive Komponente (affektive Vorhersage). Darüber hinaus wurde eine zusätzliche räumlich-zeitliche Erlebnisdimension identifiziert. 

Anschließend wurde ein Online-Feldexperiment durchgeführt, das die Auswirkungen der Anwendung von Erlebnismarketing auf Reiseziel-Websites auf ODE in der Reise-Inspirationsphase untersuchen sollte. Basierend auf den Ergebnissen von Studie 1 wurde ein erster Versuch unternommen, ein ODE-Messinstrument zu entwickeln und die ODE-Dimensionalität zu testen. Die Ergebnisse zeigten, dass die theoretisch relevanten Erlebnisdimensionen im Vergleich zum Produkt-Marken-Kontext weniger differenziert sind, sondern zu einem ganzheitlichen ODE verschmelzen, das mehrere Erlebnisfacetten umfasst. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass der Einsatz von erlebisorientiertem Design das ODE verbessert, wobei der Effekt angesichts der Subjektivität von Erlebnissen eher gering ist. Komplexe multimediale Gestaltungselemente erhöhen demnach nicht automatisch den Erlebniseffekt.

In der dritten Studie wurde ein Quasi-Online-Feldexperiment durchgeführt, bei dem die Reiseinformationsphase simuliert wurde (höheres Involvement als in Studie 2), um die ODE-Dimensionen neu zu bewerten und ein Messinstrument zu entwickeln und zu validieren. Die Ergebnisse zeigten, dass sich das Gesamt-ODE in zwei miteinander verbundenen Dimensionen widerspiegelt, die mit der dualen Prozesstheorie übereinstimmen: hedonistische und utilitaristische Erlebnisse. Die in der ersten Studie ermittelten Facetten spiegelten sich weitgehend in diesen beiden übergreifenden Komponenten wider. Darüber hinaus wurde ein reliables, valides und anwendungsorientiertes Messinstrument zweiter Ordnung zur Bewertung von ODEs vorgeschlagen.

Insgesamt verbessern die Ergebnisse dieser Dissertation das wissenschaftliche Verständnis des technologiegestützten touristischen Erlebnisses in der bisher wenig erforschten Phase vor der Reise. Durch den Vorschlag einer neuen Skala zur Messung von ODE liefert diese Dissertation darüber hinaus nützliche methodische Fortschritte, die den Weg für weitere Forschungen auf diesem Gebiet ebnen können. Die Ergebnisse werden auch für DMO von großem praktischen Wert sein, da sie ein Instrument zur Kontrolle der Erlebniswerte von Reiseziel-Websites als Grundlage für strategische Marketingentscheidungen liefern.
 

Abstract (Englisch)
Destination websites, which are maintained by destination marketing/management organisations (DMOs), are a key source of information for tourists in the pre-trip phase. DMOs are increasingly applying experiential marketing on their websites to support positive pre-travel online destination experiences (ODEs) and make the vision of the holiday as vivid as possible. Thereby they aim to turn virtual visitors into physical visitors. However, research into technology-driven travel experiences is still in its infancy. In particular, a theoretical understanding of the nature of ODEs arising from destination websites is still lacking. Closing this knowledge gap is of great interest from a theoretical perspective; furthermore, it is of central importance for strategic marketing-controlling of destinations. Therefore, this dissertation is dedicated to an extensive investigation of ODEs on destination websites in the pre-travel phase. The aims were to analyse the influences of experiential design on ODEs, explore the ODE dimensions, and develop and validate a measurement tool for assessing the ODE values of destination websites.

In the first qualitative multi-method study (eye-tracking, retrospective think-aloud protocols, semi-structured interviews, and video observations), the objective was to gain an in-depth understanding of the ODE facets in the travel inspiration phase. It was found that the experience dimensions adopted in previous research regarding the product-brand context (sensory, affective, intellectual, social, and behavioural dimensions) also occurred in the ODE context but exhibited some particularities, such as a future-oriented affective component (affective forecasting). Moreover, a supplementary spatio-temporal experience dimension was identified. 

An online field experiment was subsequently conducted and aimed at assessing the effects of applying experiential marketing on destination websites on ODEs in the travel inspiration phase. Based on the findings of Study 1, an initial attempt at developing an ODE measurement instrument was made and the ODE dimensionality tested. The results showed the theoretically relevant experience dimensions to be less differentiated compared to the product-brand context; instead, they merged into a holistic ODE encompassing several experience facets. Furthermore, it was shown that the application of experiential design enhanced ODEs; however, considering the subjectivity of experiences, the effect was rather small. Accordingly, complex multi-media elements do not automatically increase the experiential effect.

In the third study, a quasi-online field experiment was conducted, simulating the travel information phase (higher involvement than Study 2) to re-assess the ODE dimensions and develop and validate a measurement instrument. The results showed the overall ODE to be reflected by two interrelated dimensions that aligned with the dual process theory: hedonic and utilitarian experiences. The facets identified in the first study were largely reflected in these two overarching components. Moreover, a reliable, valid, and parsimonious second-order measure for assessing ODEs was proposed.

Overall, the results yielded by this dissertation enhance the scientific understanding of the technology-empowered tourist experience in the currently under-researched pre-travel experience phase. In addition, by proposing a new scale for the measurement of ODEs, this dissertation provides useful methodological advancements that can pave the way for further research in this field. The results will also be of great practical value for DMOs, as they yield a tool for controlling the experiential outcomes of websites as a base for strategic marketing decisions.

„Die digitale Neu-Vermessung touristischer Aktionsräume“

Abgeschlossene Promotion (2021) in Zusammenarbeit mit dem Geographischen Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Prof. Dr. Claus-Christian Wiegandt)

Das Wissen, wie sich Touristen zum und im Reiseziel bewegen, ist für eine nachhaltige Destinationsentwicklung unerlässlich geworden und hat durch die Covid-19-Pandemie und die damit zusammenhängende Notwendigkeit der Kenntnis über (touristische) Besucherhotspots nochmal deutlich an Bedeutung gewonnen. Bei der Messung von touristischen Bewegungsmustern zeigt sich seit einigen Jahren eine Hinwendung zum Digitalen, was sich in einer verstärkten Nutzung digitaler Datenquellen in Forschung und Praxis äußert. Eine besondere Rolle nehmen bei dieser Entwicklung so genannte Big Data ein. Die im Rahmen von verschiedenen Prozessen anfallenden digitalen Datenspuren wie passive Mobilfunkdaten, Twitter-Posts, Kreditkartentransaktionen usw. sind mit geographischen Koordinaten versehen und werden verstärkt für eine Analyse des raumzeitlichen Verhaltens von Personen genutzt. Die Forschung zu diesen Datenquellen – insbesondere in der deutschsprachigen Tourismusgeographie – steht noch am Anfang. Auf der anderen Seite entwickeln sich gleichzeitig eine Vielzahl von Small Data Studies, bei denen im Rahmen interdisziplinärer Forschung Menschen mit Sensorik ausgestattet werden, um mehr über die Mensch-Umwelt-Beziehungen zu erfahren. Diese Ansätze, bspw. durch die Nutzung von Körpermesswerten wie Herzrate und Hautleitfähigkeit, werden für die tourismusgeographische Forschung adaptiert und für die Identifikation von Emotionen beim touristischen Erleben in der Destination genutzt. Auch hier zeigen sich noch vielfältige Forschungsbedarfe bezüglich des Methodeneinsatzes und der Analysemethodik. Die vorliegende kumulative Dissertation setzt an diesem Punkt an, indem sie die digitale Neu-Vermessung touristischer Aktionsräume diskutiert.

Der Fokus der Arbeit liegt auf der Darstellung, Erprobung und Erörterung digitaler Datenquellen zur Ermittlung des raumzeitlichen Verhaltens von Touristen. Dies erfolgt anhand von drei in nationalen und internationalen Fachzeitschriften veröffentlichen Forschungsbeiträgen (double-blind-Review). Dabei werden neue Datenquellen (passive Mobilfunkdaten) hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit zur Messung touristischer Aktionsräume geprüft (Artikel 1), eine bereits etablierte Forschungsmethode (aktives GPS-Tracking in Kombination mit Befragung) inhaltlich und analytisch weiterentwickelt (Artikel 2) sowie ein neuer Ansatz präsentiert, der mit Hilfe von aktivem GPS-Tracking und Biosensing hilft, das emotionale Erleben von Touristen in der Destination zu verstehen (Artikel 3). In dem vorliegenden Rahmenwerk werden die drei Artikel in einen Kontext eingeordnet und vor diesem Hintergrund diskutiert. Klassische Konzepte der Aktionsraumforschung werden für die Tourismusgeographie übertragen und somit ein konzeptioneller Rahmen für die Spezifika touristischer Aktionsräume erarbeitet. Die im Rahmen eines vielschichtigen digital turns aufkommenden neuen Datenquellen zur Messung touristischer Aktionsräume werden beschrieben und anhand ihrer räumlichen Abdeckung klassifiziert. Der Klassifikationsvorschlag digitaler Datenquellen auf der Makro-, Meso- und Mikro-Ebene dient gleichsam als Schema zur Einordnung der drei veröffentlichen Forschungsarbeiten.

Im Ergebnis leistet die kumulative Dissertation einen Beitrag in der Anwendung neuer sowie der Weiterentwicklung bestehender Methoden der digitalen Erfassung touristischer Aktionsräume und zeigt so Möglichkeiten, aber auch Grenzen einer digitalen Neu-Vermessung touristischer Aktionsräume auf.

Link zur Arbeit

„Tourismusbewusstsein in Deutschland - Der wechselseitige Einfluss zwischen Tourismusentwicklung und der von der autochthonen Bevölkerung wahrgenommenen Lebensqualität“

Die geplante Dissertation widmet sich dem hochaktuellen Problem, dass in Städten und Regionen hohen touristischen Nachfrageaufkommens nicht nur Gastfreundlichkeit und Akzeptanz im Fokus der Konzeption touristischer Produkte stehen, sondern explizit Gegenbewegungen von Seiten der einheimischen Bevölkerung entstehen. Dies kann zu einer Verkürzung des touristischen Destinationslebenszyklus führen und stellt damit insbesondere für Destinationen, in denen der Tourismus eine wichtige Rolle als Wirtschaftsbereich spielt, eine große Gefährdung dar. Die Dissertation soll im Anschluss an die notwendigen theoretischen Analysen ein Instrument entwickeln, welches u.a. das touristische Bewusstsein und die Einstellungen zum Tourismus bei der einheimischen Bevölkerung misst (und damit eine Bevölkerungstypologisierung erlaubt) sowie maßgeblich zur Überprüfung der Hypothesen beiträgt. Dieses Instrument soll am Beispiel von deutschen Destinationen Anwendung finden – auch um Konklusionen für die Tourismuspolitik und das Innenmarketing von deutschen touristischen Regionen ableiten zu können. Den Abschluss der Arbeit bilden die Eruierung und die Untersuchung von Gegensteuerungsmaßnahmen/Wegen zur Beeinflussung des Tourismusbewusstseins (Change Management Ansätze, Innengerichtete Markenbildung, Kooperative Gestaltungsmodelle usw.) sowie die Prüfung der kontinuierlichen Implementierung des entwickelten Messinstruments vor dem Hintergrund knapper finanzieller Ressourcen und unterschiedlicher Anforderungen verschiedener Destinationen an das Instrument.

„Zur Steuerungsfähigkeit von Kommunen in Kooperationen“

Das geplante Dissertationsvorhaben beschäftigt sich mit einem neuen Blickwinkel auf das Thema der interkommunalen Kooperation und stellt die Frage, ob es nicht sinnvoll sein könnte, der kommunalen Zusammenarbeit in einer stetig komplexer werdenden Umwelt mit neuen Methoden zu begegnen, die die Steuerung von Kommunen in Kooperationen erleichtern.

Ausgangspunkt ist dabei die Überlegung, dass jeder Kommune seitens der in den Kooperationen handelnden Akteure übereinstimmend individuelle Eigenschaften zugeschrieben werden (analog zu den persönlichen Eigenschaften, durch die sich Menschen unterscheiden), deren Kenntnis die Steuerung von Kommunen erleichtern würde – genauso wie bei der Kooperation von Personen die Kenntnis, ob ein Gruppenmitglied als aggressiv, faul oder fleißig eingeschätzt wird, die Steuerung der Gruppenaktivität erleichtert.

Promotionen im Rahmen des Projektes „Technologie- und Wissenstransfer durch Entwicklung eines akademischen Mittelbaus an der Fachhochschule Westküste“

Im Fokus der Promotion von Dipl.-Kfm. (FH) Thomas Alpen stand in Zusammenarbeit mit dem Forschungsprojekt „Konzeption und Implementierung eines internetgestützten Tourismus-Fach­informationssystems“ ein Thema im Schnittstellenfeld von Tourismus und Informatik. Die Promotion wurde erfolgreich abgeschlossen.

„Entwicklung eines Evaluations-Instrumentes zur Messung der Markenstärke von Destinationen“

Im Rahmen der Dissertation wurde im Kern die Methodik zur Messung der Markenstärke von Destinationen betrachtet. In der Dienstleistungsbranche finden gegenwärtig verschiedenste Messverfahren Anwendung. Von diesen abgeleitet wurde ein auf die Besonderheiten von Destinationen adaptiertes Verfahren entwickelt und am Beispiel von Spanien erprobt.

Die Dissertation wurde an der Universität Trier, Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeographie und an der Fachhochschule Westküste, Heide/Holstein durchgeführt. Die Erstbetreuung wurde von Prof. Dr. Ingo Eberle, Universität Trier, übernommen. Ein Promotionsstipendium des Landes Schleswig-Holstein unterstützte die Doktorandin. Unterstützt wurde die Dissertation zudem durch das Spanische Fremdenverkehrsamt (Berlin) und die UN World Tourism Organization (Madrid).

Eine Zusammenfassung der Dissertation finden sie hier (deutsch/englisch).

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