Promotionen

In Zusammenarbeit mit Hochschulen mit Promotionsberechtigung werden im Deutschen Institut für Tourismusforschung tourismusbezogene Promotionen durchgeführt. Folgende Promotionen im Bereich Tourismus werden bzw. wurden an der Fachhochschule Westküste in Kooperation mit verschiedenen Hochschulen mit Promotionsberechtigung und entsprechender Erstbetreuung durchgeführt:

"Das Online-Destinationserlebnis vor der Reise: eine Analyse der Erlebniskomponenten, -auslöser und -auswirkungen auf Destinationswebsites" (Arbeitstitel)

Promotionsvorhaben in Zusammenarbeit mit der Leuphana Universität Lüneburg (Prof. Dr. Martin Lohmann)

Aufgrund der zunehmenden Austauschbarkeit von Reisezielen wird die Wahl des Urlaubsziels zunehmend emotional, d. h. auf Basis des erwarteten Erlebniswertes, statt rational getroffen. Für Destinationsmanager ist es vor diesem Hintergrund erfolgsentscheidend, bereits in der Phase vor der Reise – während der Inspiration und Information – touristische Erlebnisgefühle beim potenziellen Gast zu wecken und die Vorstellung von der Destination sowie die Erwartung an das Reiseerlebnis vor Ort damit positiv zu gestalten. Websites von Reisezielen sind dabei ein zentrales Medium. Knapp jeder vierte Urlaubsreisende in Deutschland (23%) nutzt (bewusst) Websites von Reisezielen zur Inspiration oder Information vor einer Urlaubsreise (FUR 2018).

Im Rahmen der Dissertation werden die Entstehung, die Komponenten und die Wirkung solcher „Vorab-Erlebnisse“ auf Destinationswebsites in der Inspirations- und Informationsphase beleuchtet. Dabei sollen einzelne Dimensionen des Destinationserlebnisses an diesem Online-Kontaktpunkt aufgedeckt, erlebnisfördernde Faktoren auf der Website identifiziert und die Wirkmechanismen des Onlineerlebnisses auf die bildliche Vorstellung von der Destination (Destination Imagery), das Destinationsimage und die Besuchsbereitschaft analysiert werden. Zugrunde liegt der Untersuchung ein kognitiver Ansatz der Psychologie, bei dem neben der Wirkung von Stimulus (Website) auf Verhalten insbesondere die mentalen Prozesse erforscht werden.

Im Rahmen eines Mixed-Methods-Forschungsdesigns kommen qualitative Interviews sowie Experimente unter Einsatz psychophysiologischer Methoden (Eye-Tracking, Hautwiderstands- und Emotionsmessung) zum Einsatz, um die Erlebniswirkung möglichst ganzheitlich zu betrachten. Die Arbeit baut dabei eine Brücke zwischen der Tourismusforschung (Schwerpunkt Destinationen) und der Konsumentenverhaltens-, insbesondere der Werbewirkungsforschung.

„Die digitale Neu-Vermessung touristischer Aktionsräume“

Abgeschlossene Promotion (2021) in Zusammenarbeit mit dem Geographischen Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Prof. Dr. Claus-Christian Wiegandt)

Das Wissen, wie sich Touristen zum und im Reiseziel bewegen, ist für eine nachhaltige Destinationsentwicklung unerlässlich geworden und hat durch die Covid-19-Pandemie und die damit zusammenhängende Notwendigkeit der Kenntnis über (touristische) Besucherhotspots nochmal deutlich an Bedeutung gewonnen. Bei der Messung von touristischen Bewegungsmustern zeigt sich seit einigen Jahren eine Hinwendung zum Digitalen, was sich in einer verstärkten Nutzung digitaler Datenquellen in Forschung und Praxis äußert. Eine besondere Rolle nehmen bei dieser Entwicklung so genannte Big Data ein. Die im Rahmen von verschiedenen Prozessen anfallenden digitalen Datenspuren wie passive Mobilfunkdaten, Twitter-Posts, Kreditkartentransaktionen usw. sind mit geographischen Koordinaten versehen und werden verstärkt für eine Analyse des raumzeitlichen Verhaltens von Personen genutzt. Die Forschung zu diesen Datenquellen – insbesondere in der deutschsprachigen Tourismusgeographie – steht noch am Anfang. Auf der anderen Seite entwickeln sich gleichzeitig eine Vielzahl von Small Data Studies, bei denen im Rahmen interdisziplinärer Forschung Menschen mit Sensorik ausgestattet werden, um mehr über die Mensch-Umwelt-Beziehungen zu erfahren. Diese Ansätze, bspw. durch die Nutzung von Körpermesswerten wie Herzrate und Hautleitfähigkeit, werden für die tourismusgeographische Forschung adaptiert und für die Identifikation von Emotionen beim touristischen Erleben in der Destination genutzt. Auch hier zeigen sich noch vielfältige Forschungsbedarfe bezüglich des Methodeneinsatzes und der Analysemethodik. Die vorliegende kumulative Dissertation setzt an diesem Punkt an, indem sie die digitale Neu-Vermessung touristischer Aktionsräume diskutiert.

Der Fokus der Arbeit liegt auf der Darstellung, Erprobung und Erörterung digitaler Datenquellen zur Ermittlung des raumzeitlichen Verhaltens von Touristen. Dies erfolgt anhand von drei in nationalen und internationalen Fachzeitschriften veröffentlichen Forschungsbeiträgen (double-blind-Review). Dabei werden neue Datenquellen (passive Mobilfunkdaten) hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit zur Messung touristischer Aktionsräume geprüft (Artikel 1), eine bereits etablierte Forschungsmethode (aktives GPS-Tracking in Kombination mit Befragung) inhaltlich und analytisch weiterentwickelt (Artikel 2) sowie ein neuer Ansatz präsentiert, der mit Hilfe von aktivem GPS-Tracking und Biosensing hilft, das emotionale Erleben von Touristen in der Destination zu verstehen (Artikel 3). In dem vorliegenden Rahmenwerk werden die drei Artikel in einen Kontext eingeordnet und vor diesem Hintergrund diskutiert. Klassische Konzepte der Aktionsraumforschung werden für die Tourismusgeographie übertragen und somit ein konzeptioneller Rahmen für die Spezifika touristischer Aktionsräume erarbeitet. Die im Rahmen eines vielschichtigen digital turns aufkommenden neuen Datenquellen zur Messung touristischer Aktionsräume werden beschrieben und anhand ihrer räumlichen Abdeckung klassifiziert. Der Klassifikationsvorschlag digitaler Datenquellen auf der Makro-, Meso- und Mikro-Ebene dient gleichsam als Schema zur Einordnung der drei veröffentlichen Forschungsarbeiten.

Im Ergebnis leistet die kumulative Dissertation einen Beitrag in der Anwendung neuer sowie der Weiterentwicklung bestehender Methoden der digitalen Erfassung touristischer Aktionsräume und zeigt so Möglichkeiten, aber auch Grenzen einer digitalen Neu-Vermessung touristischer Aktionsräume auf.

Link zur Arbeit

„Tourismusbewusstsein in Deutschland - Der wechselseitige Einfluss zwischen Tourismusentwicklung und der von der autochthonen Bevölkerung wahrgenommenen Lebensqualität“

Die geplante Dissertation widmet sich dem hochaktuellen Problem, dass in Städten und Regionen hohen touristischen Nachfrageaufkommens nicht nur Gastfreundlichkeit und Akzeptanz im Fokus der Konzeption touristischer Produkte stehen, sondern explizit Gegenbewegungen von Seiten der einheimischen Bevölkerung entstehen. Dies kann zu einer Verkürzung des touristischen Destinationslebenszyklus führen und stellt damit insbesondere für Destinationen, in denen der Tourismus eine wichtige Rolle als Wirtschaftsbereich spielt, eine große Gefährdung dar. Die Dissertation soll im Anschluss an die notwendigen theoretischen Analysen ein Instrument entwickeln, welches u.a. das touristische Bewusstsein und die Einstellungen zum Tourismus bei der einheimischen Bevölkerung misst (und damit eine Bevölkerungstypologisierung erlaubt) sowie maßgeblich zur Überprüfung der Hypothesen beiträgt. Dieses Instrument soll am Beispiel von deutschen Destinationen Anwendung finden – auch um Konklusionen für die Tourismuspolitik und das Innenmarketing von deutschen touristischen Regionen ableiten zu können. Den Abschluss der Arbeit bilden die Eruierung und die Untersuchung von Gegensteuerungsmaßnahmen/Wegen zur Beeinflussung des Tourismusbewusstseins (Change Management Ansätze, Innengerichtete Markenbildung, Kooperative Gestaltungsmodelle usw.) sowie die Prüfung der kontinuierlichen Implementierung des entwickelten Messinstruments vor dem Hintergrund knapper finanzieller Ressourcen und unterschiedlicher Anforderungen verschiedener Destinationen an das Instrument.

„Zur Steuerungsfähigkeit von Kommunen in Kooperationen“

Das geplante Dissertationsvorhaben beschäftigt sich mit einem neuen Blickwinkel auf das Thema der interkommunalen Kooperation und stellt die Frage, ob es nicht sinnvoll sein könnte, der kommunalen Zusammenarbeit in einer stetig komplexer werdenden Umwelt mit neuen Methoden zu begegnen, die die Steuerung von Kommunen in Kooperationen erleichtern.

Ausgangspunkt ist dabei die Überlegung, dass jeder Kommune seitens der in den Kooperationen handelnden Akteure übereinstimmend individuelle Eigenschaften zugeschrieben werden (analog zu den persönlichen Eigenschaften, durch die sich Menschen unterscheiden), deren Kenntnis die Steuerung von Kommunen erleichtern würde – genauso wie bei der Kooperation von Personen die Kenntnis, ob ein Gruppenmitglied als aggressiv, faul oder fleißig eingeschätzt wird, die Steuerung der Gruppenaktivität erleichtert.

Promotionen im Rahmen des Projektes „Technologie- und Wissenstransfer durch Entwicklung eines akademischen Mittelbaus an der Fachhochschule Westküste“

Im Fokus der Promotion von Dipl.-Kfm. (FH) Thomas Alpen stand in Zusammenarbeit mit dem Forschungsprojekt „Konzeption und Implementierung eines internetgestützten Tourismus-Fach­informationssystems“ ein Thema im Schnittstellenfeld von Tourismus und Informatik. Die Promotion wurde erfolgreich abgeschlossen.

„Entwicklung eines Evaluations-Instrumentes zur Messung der Markenstärke von Destinationen“

Im Rahmen der Dissertation wurde im Kern die Methodik zur Messung der Markenstärke von Destinationen betrachtet. In der Dienstleistungsbranche finden gegenwärtig verschiedenste Messverfahren Anwendung. Von diesen abgeleitet wurde ein auf die Besonderheiten von Destinationen adaptiertes Verfahren entwickelt und am Beispiel von Spanien erprobt.

Die Dissertation wurde an der Universität Trier, Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeographie und an der Fachhochschule Westküste, Heide/Holstein durchgeführt. Die Erstbetreuung wurde von Prof. Dr. Ingo Eberle, Universität Trier, übernommen. Ein Promotionsstipendium des Landes Schleswig-Holstein unterstützte die Doktorandin. Unterstützt wurde die Dissertation zudem durch das Spanische Fremdenverkehrsamt (Berlin) und die UN World Tourism Organization (Madrid).

Eine Zusammenfassung der Dissertation finden sie hier (deutsch/englisch).

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Das Deutsche Institut für Tourismusforschung bietet aktuell keinen Newsletter an. Um aber dennoch keine News unseres Instituts zu verpassen, wurde nun…

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Erstmalig seit Pandemiebeginn lädt die FH Westküste wieder zum ‚Forum: Digitalisierung‘ ein. Rund um das Thema Fahrassistenzsysteme, ihrerseits Teil…

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Neuerscheinung: Digitales Tourismusmarketing - von Prof. Dr. Eric Horster (April 2022)

Das Buch zeigt, wie digitale Strukturen und Prozesse erkannt und neue Technologien im Marketing bewertet und genutzt werden können. Neben Grundlagen…

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