Regionale Tourismus-Satellitenkonten: die ökonomische Bedeutung der Tourismuswirtschaft in Schleswig-Holstein, Brandenburg, Hamburg und Sachsen-Anhalt.

Der Tourismus nimmt in vielen Ländern und Regionen einen bedeutenden wirtschaftlichen Stellenwert ein. Aussagekräftige Informationen über die ökonomische Bedeutung des Tourismus lassen sich allerdings nicht unmittelbar aus der amtlichen Wirtschaftsstatistik ableiten. Dies liegt darin begründet, dass die Branchen in der amtlichen Statistik – im Unterschied zum Tourismus – durch die Produkte, die sie herstellen, definiert sind, wie etwa der Maschinenbau, der Maschinen produziert. Tourismus hingegen wird über die Nachfrage der Touristen bestimmt, welche in unterschiedlichen Wirtschaftszweigen wirksam werden kann. Für die Erfassung der Tourismuswirtschaft in ihrer Gesamtheit bedarf es daher einer Erweiterung der allgemeinen Systematik der Wirtschaftsstatistik. Eine solche Erweiterung bietet das Tourismus-Satellitenkonto (engl. tourism satellite account, TSA), ein international etabliertes Berichtssystem zur umfassenden Ermittlung der ökonomischen Bedeutung des Tourismus.

Das Tourismus-Satellitenkonto ist an einschlägigen Definitionen von internationalen Organisationen wie der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO), der OECD und Eurostat ausgerichtet und konsistent zur amtlichen Wirtschaftsstatistik in Deutschland. Letzteres ist von besonderer Relevanz, da auf diese Weise die Wertschöpfungs- und Beschäftigungswirkungen des Tourismus mit anderen Wirtschaftszweigen verglichen und in einen gesamtwirtschaftlichen Kontext eingebettet werden können.

Im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte wird die Anwendung dieser international anerkannten Methode zur Berechnung des Wirtschaftsfaktors Tourismus für ausgewählte Bundesländer erprobt. Die Wirtschaftsleistung der Tourismusbranche kann damit – im Vergleich zu anderen Ansätzen – in der Art ermittelt werden, dass sie zur Gesamtwirtschaft und zu anderen Branchen vergleichbar ist.

Projektbearbeitung

Die Projekte werden in Kooperation mit der DIW Econ GmbH und der dwif-Consulting GmbH sowie dem dwif e.V. umgesetzt.

Zu den Ergebnisberichten gelangen Sie hier: Schleswig-Holstein 2019//Brandenburg2015//Hamburg 2015 // Sachsen-Anhalt 2019  

Für Schleswig-Holstein wurden bereits für die Jahre 2015 und 2017 TSA erstellt. Der Ergebnisbericht 2017 für Schleswig-Holstein wurde im Rahmen einer Pressekonferenz mit Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs am 10.05.2019 vorgestellt. Einen daraus resultierenden Medienbeitrag finden Sie in der Mediathek des NDR.

 

Kontakt im DITF

Prof. Dr. Bernd Eisenstein
Direktor | Prodekan FB Wirtschaft | Studiengangsleiter ITM
Prof. Dr. Bernd Eisenstein
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Dipl.-Geogr. Julian Reif

Referent für Forschungsvorhaben

Dipl.-Geogr. Julian Reif
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Referentin für Forschungsvorhaben | Projektleiterin
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