(Wild) Camping liegt im Trend – international sind Regulierungen bereits unumgänglich

Der Campingmarkt geht als klarer Gewinner aus der Corona-Pandemie hervor – insbesondere die Nachfrage durch junge Camper, die möglichst unabhängig in Vans und Kastenwagen unterwegs sind und vorzugweise wild campen ist laut ADAC gestiegen. International wird diese Zielgruppe vielmals für Overtourism-Probleme und Überlastungen des Ökosystems verantwortlich gemacht und striktere Regulierungen sind notwendig, um eine nachhaltige Tourismusentwicklung zu gewährleisten.

Auch international beschäftigt sich das Deutsche Institut für Tourismusforschung mit Forschungsfragen zu Effekten des Reisens auf Gesellschaft, Ökologie und Ökonomie. Während das Overtourisms-Problem primär im europäischen Städtekontext diskutiert wird, sind ähnliche Tendenzen im regionalen Kontext sichtbar. In Neuseeland, zum Beispiel, wurden hierfür in der Vergangenheit primär die Internationalen Low-Budget Touristen und Wildcamper verantwortlich gemacht. Generell wird dem internationalen Gast vielmals ein hoher Stellenwert in der Overtourismus-Diskussion eingeräumt. Was aber, wenn der internationale Tourismus durch Grenzschließungen ausbleibt und Probleme bestehen bleiben?
Eine bereits im Februar 2020 von Sabrina Seeler, Mitglied des Deutschen Instituts für Tourismusforschung, in Neuseeland durchgeführte Studie zum Thema „Einfluss von Zugangsrechten und staatlichen Regulierungen auf das Besuchsmanagement im ländlichen Raum“ zeigt auf, dass auch inländische Touristen und Einheimische generell zu gewissen Problemen beitragen. Insbesondere bezogen auf das Wildcampen (Freedom Camping), welches in Neuseeland eine langjährige Tradition hat und durch Neuseeländer oftmals als eine Art „Geburtsrecht“ verstanden wird, hat es in der Vergangenheit immer wieder Kritik am Fehlverhalten internationaler Gäste gegeben. Die Studie zeigt jedoch: Es sind nicht (nur) die internationalen Gäste, die ihren Müll auf den Parkplätzen lassen, sondern einheimische Jugendliche, die am Wochenende dort mit Freunden Zeit verbringen. Dennoch bleibt ein Problem bei vielen Campern – besonders Wildcampern, egal ob als Inlands- oder Auslandsgast – wohin, wenn man mal schnell auf Toilette muss? Insbesondere Vans und Kastenwagen verfügen in der Regel nicht über eingebaute Toiletten, hierfür sind in Neuseeland nun striktere Gesetzesänderungen vorgesehen. Mit dem wachsenden Trend des Wildcampens in Deutschland wird dies womöglich auch hier in der (nahen) Zukunft ein wichtiges Thema.

Weitere Informationen zum Thema Regulierungen des Wildcampens in Neuseeland.
Zur Studie des ADAC gelangen Sie unter folgendem Link.

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