Webinar zur Wahrnehmung von Städtedestinationen in der Coronakrise

Deutsches Institut für Tourismusforschung und inspektour präsentierten vor internationalem Publikum zentrale Erkenntnisse aus der Studie Destination Brand 20 zur Wahrnehmung von Städtereisen und Städtedestinationen.

Die Bilanz des Tourismusjahres 2020 zeigt, dass Städte als Reisedestinationen ganz besonders unter der Coronakrise leiden. Neben Reiserestriktionen und Kontaktbeschränkungen kommen in der Pandemie im Städtetourismus weitere Besuchsbarrieren hinzu: Angebotsseitig fallen zahlreiche zentrale Städtereiseanlässe wie Geschäftsreisen, aber auch Shopping oder Events im Urlaubssegment weg, nachfrageseitig bestehen psychologische Barrieren, da in Städten als dichtbesiedelte Räume „social distancing“ erschwert wird und Städte sich häufig als Epizentren der Pandemie zeigten (z. B. New York, Madrid).
Vor diesem Hintergrund präsentierten Anne Köchling (Deutsches Institut für Tourismusforschung) und Ellen Böhling (inspektour) am 16.03.21 im Zuge eins Webinars ausgewählte Ergebnisse der Studie Destination Brand 20 mit besonderem Fokus auf die Wahrnehmung von Städtereisen und Städtereisedestinationen. Mehr als hundert Vertreter von Destinationsmanagementorganisationen aus Europa (u. a. Wien, Paris, Zürich, Lissabon) nahmen an dem Webinar teil.
Im Rahmen von bevölkerungsrepräsentativen Onlinebefragungen von Oktober bis Dezember 2020 untersuchten das Deutsche Institut für Tourismusforschung und inspektour (international) in zehn zentralen Outgoing-Märkten den Markenwert zahlreicher Städte und den Einfluss von Covid-19 auf die Besuchsbereitschaft. Darüber hinaus wurden allgemeine Rahmenbedingungen für den Städtetourismus wie das allgemeine Interesse an Städtereisen oder die kurz- und mittelfristigen internationalen Reisepläne erfragt. In Summe stimmen die Ergebnisse für internationale Städtereisen mittelfristig vorsichtig optimistisch:

  • Das grundsätzliche Interesse an Städtereisen ist auch in der Pandemie nicht eingebrochen
  • In Bezug auf längere Urlaubsreisen haben Städtereisen-Interessenten in den europäischen Quellmärkten umfangreiche Pläne innerhalb der nächsten 3 Jahre
  • Bei den Kurzurlaubsreisen ins Ausland sind die Pläne insgesamt allerdings etwas verhaltener.

Die Besuchspräferenzen der Deutschen liegen aktuell (12 Monate) eher auf inländischen Regionen – Städte (insbesondere internationale) sind weniger im „relevant set“. In der 3-Jahresperspektive steigen die Besuchspräferenzen für Städte aber wieder – insbesondere auch für internationale Städte, die besonders für längere Urlaubsreisen vermehrt in Betracht gezogen werden.
Gleichwohl erschweren solange die Pandemie nicht bewältigt ist die COVID-19 bedingten „Strategien“ der Urlauber, die europaweit sehr ähnlich sind, das Werben um Städtereisende. Die Vermittlung von Hygiene & Sicherheit spielt (weiterhin) eine entscheidende Rolle bei der Auswahl der Reiseziele und man reist auch lieber nicht so weit.

Die Studienreihe Destination Brand wurde 2009 vom Deutschen Institut für Tourismusforschung (damals Institut für Management und Tourismus (IMT)) an der FH Westküste entwickelt und im selben Jahr erstmalig durchgeführt. Seither wurden jedes Jahr mehr als 150 deutsche Destinationen im Quellmarkt Deutschland evaluiert. Seit 2014 ist die inspektour GmbH Herausgeber der Studienreihe und führt diese federführend durch. Das Deutsche Institut für Tourismusforschung begleitet die Fortentwicklung der Studie weiterhin als wissenschaftlicher Kooperationspartner. 2018 wurde Destination Brand in den Quellmärkten Österreich, Niederlande und Schweiz eingeführt. 2019 folgte China und 2020 die Länder Frankreich, Italien, Spanien, das Vereinigte Königreich und die USA.

Das Handout zum Webinar können Sie hier herunterladen.

Ansprechpartnerin: Anne Köchling

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